Die FfE  
  Aktuelles  
  Mitglieder der FfE  
  Forschungsprojekte  
  50 Jahre FfE  
  Downloads  
  Links  
  Kontakt  
  Impressum  
  Haftungsausschluss  
50 Jahre FfE

Mensch - Strom - Felder

Mit ihrer 11. Fachtagung beging die Forschungsstelle für Elektropathologie (FfE) am 10. und 11. November in Berlin ihr 50-jähriges Bestehen. Zuvor hatte die Mitgliederversammlung Herrn Prof. Dr. Achim Enders, Leiter des Instituts für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit an der TU Braunschweig zum neuen Vorstand der Forschungsstelle gewählt.

In seinem Eröffnungsvortrag erinnerte Prof. Dr.-Ing. H.-J. Haubrich daran, dass die Forschungsstelle 1955 zunächst als „Ärztliche Forschungsstelle für elektrische Unfälle" gegründet wurde. Ursache war das rapide Ansteigen elektrischer Unfälle in der Aufbauphase nach dem Krieg.Auf der Internationalen Konferenz zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten durch Elektrizität 1972 war aus Spanien über Symptome bei Arbeitern in 400-kV-Anlagen berichtet worden. Im gleichen Jahr benannte sich die Forschungsstelle um in „Forschungsstelle für Elektropathologie" und erweiterte ihr Aufgabengebiet um das Thema „Gefährdungspotenzial elektrischer und magnetischer Felder". Schon auf der 7. wissenschaftlichen Tagung der Forschungsstelle in 1973 wurde über Untersuchungen über das elektrische Feld unter Hochspannungsfreileitungen und über die biologische Wirkung energietechnischer Felder berichtet.

Die 11. Fachtagung widmete sich dem Stand des Wissens in der Elektropathologie heute und den Folgerungen für den Elektroschutz. Die Darstellung der Elektrounfälle in Deutschland durch Dr. J. Jühling, BGFE, wurde durch Berichte über spektakuläre Elektrounfälle von Prof. S. Altmann aus Leipzig ergänzt. Über biologische Erkenntnisse berichteten Prof. Dr. Foster und Frau Prof. Dr. Vijayalaxmi, beide USA, und Dr. Schüz von der Danish Cancer Society in Kopenhagen. Prof. J. Silny vom Forschungszentrum für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit (femu) an der RWTH Aachen wies auf die Bedeutung der wissensbasierten Literaturdatenbank (WBLDB) hin, die von der FfE seit mehreren Jahren wesentlich gefördert wird. Diese Datenbank ist sowohl für Experten als auch für Laien frei zugänglich. In seinem Vortrag über die Zukunft der Implantate zeigte er, an wievielen Stellen im menschlichen Körper heute empfindliche elektronische Komponenten eingesetzt werden können.

Einen besonders interessanten Beitrag lieferte Prof. A. Enders zum Thema „Risikowahrnehmung". Er zeigte wie in der Öffentlichkeit hohe Risiken (z.B. im Freizeitbereich) gerne in Kauf genommen werden, während bei relativ niedrigen Risiken Ängste herrschen und hohe Forschungsaufwendungen initiiert werden.

Die Erfahrungen mit der 26. BimschV und der aktuelle politische stand in Deutschland wurde von Vertretern der Landesbehörden bzw. desr BMU dargestellt. Dies wurde ergänzt durch Berichte aus Österreich und der Schweiz, wo entweder ein hoher bürokratischer Aufwand betrieben wird (3 LkW Genehmigungsunterlagen für eine 95-km-Hochspannungsleitung) oder ein extrem niedriger Anlagegrenzwert von 1 µT einzuhalten ist.

Zum Abschluss wies Dr. Dörnemann, RWE Transportnetz GmbH, auf die Notwendigkeit hin, über die FfE das wissenschaftliche Umfeld um niederfrequente elektrische und magnetische Felder permanent zu beobachten. Jederzeit könne das Thema wieder akut werden. Er wies darauf hin, dass gegenwärtig nur 48 Unternehmen durch ihre Mitgliedschaft die FfE unterstützen, die ihre Forschungsförderung stellvertretend für ca. 950 Netzbetreiber durchführt.



Programm

Vorträge